GEÖLTE OBERFLÄCHE
Eine geölte Holzbodenoberfläche trägt zum gesunden Raumklima bei. Die Struktur des Holzes wird hervorgehoben und wirkt natürlich. Die Oberfläche bleibt offenporig und kann Feuchtigkeit auf- beziehungsweise abgeben. Das Öl kann mit einer Rolle, Spachtel oder Taski aufgetragen werden.

Weitere Vorteile:

- Veränderung der Holzfarbe zum Beispiel durch Pigmente
- Oberfläche bleibt natürlich matt
- im Regelfall ist nur ein einmaliges Auftragen von Öl notwendig
- kann auch von Nichtfachleuten nach Einweisung verarbeitet werden
- eine Ausbesserung von kleinen Beschädigungen ist ohne großen Aufwand möglich

Nachteile:

- die Fläche darf nur nebelfeucht gewischt werden (nach rund zehn Minuten darf kein Wasser mehr auf der Fläche sein)
- je nach Beanspruchung muss die Fläche in regelmäßigen Abständen nachgeölt werden (siehe auch "Reinigung / Pflege")


Allgemeinde Hinweise zur richtigen Vorbereitung

Die maximale Holzfeuchtigkeit beim Ölen sollte nicht höher als 14 Prozent sein. Zudem verarbeiten Sie bitte unsere Produkte nicht unter 15° C Raumtemperatur. Je exakter der letzte Schliff, desto gleichmäßiger wird die geölte und/oder gewachste Fläche. Ein zu feiner Schliff behindert das Eindringen von Öl. Dies kann zu einer mangelnden Sättigung und dadurch zu späterer Schmutz- und Fleckenanfälligkeit sowie zu vorzeitiger Vergrauung führen. Trockenzeiten richten sich nach den klimatischen Verhältnissen und der zu behandelnden Holzart. Bitte immer für gute Belüftung sorgen! Geölte Flächen sind sehr empfindlich bezüglich Feuchtigkeit. Wasserpfützen bitte sofort wegwischen! Wiederholte Feuchtigkeitseinwirkung führt zur Quellung der Holzfaser und zur Vergrauung der Fläche. Deshalb nur nebelfeucht wischen. In den ersten zehn Tagen frisch geölte Flächen unbedingt nur trocken reinigen. Wichtig: Ungeeignete Reinigungs- und Pflegemittel können die Oberfläche beschädigen.


Streifen und Flecken sowie Farbunterschiede durch den Schliff

Ein einwandfreies und gleichmäßiges Schleifbild ist die Voraussetzung für eine einheitliche Farbgebung beim nachfolgenden Ölen. Haben Sie unterschiedliche Schleifbilder - diese entstehen zum Beispiel durch Unterschiede vom Rand- zum Flächenschliff - so werden diese Unterschiede durch den Öl-Auftrag betont und Sie sehen etwa helle Ränder und eine dunklere Fläche. Schleifspuren, die beispielsweise durch Steinchen im Schleifband entstehen, kommen nach dem Ölen als Streifen zum Vorschein. Achten Sie unbedingt darauf, dass keine zu großen „Sprünge“ innerhalb der Körnungen gemacht werden! Außerdem müssen Rand- und Flächenschliff durch einen Planschliff (Tellerschleifmaschine) angeglichen werden.


Stark saugende Hölzer

Manche Hölzer nehmen Öl besser in ihren Holzfasern auf als andere. Bei diesen sogenannten „stark saugenden Hölzern“, wie Buche, Kirsche, oder Kiefer, erscheinen Teile der geölten Fläche nach 10 bis 20 Minuten schon stärker angetrocknet als der Rest der Fläche. Es sollte jedoch immer ein Überschuss des Öls auf dem Holz vorhanden sein. Um eine gleichmäßige Sättigung des Holzes garantieren zu können, muss in diesem Fall das entsprechende Öl nachgegeben und gleichmäßig verteilt werden. Die weitere Anwendung erfolgt dann wieder gemäß den technischen Merkblättern. Nicht ausreichend gesättigte Flächen sind schmutz- und fleckenanfällig und neigen zum Vergrauen.


Glanzunterschiede:

Wird das oben beschriebene Nachsättigen unterlassen, können Glanzgradunterschiede entstehen: Gesättigte Hölzer erscheinen glänzend, nicht gesättigte Hölzer erscheinen matt. Hier muss die Fläche mit einem braunen Pad gestumpft werden und danach muss nochmals ein Auftrag mit Öl oder Wachs erfolgen.


Exoten- und Tropenhölzer

Inhaltsstoffe von Exotenhölzern können mit Ölen und Wachsen reagieren. Bisher sind hier Doussie, Lapacho (Ipé), Thermoholz und Räuchereiche mit Unverträglichkeiten und Fleckenbildung aufgefallen. Es kann auch zu erheblichen Verzögerungen in der Trocknung kommen. Machen Sie deshalb auf allen Exotenhölzern immer einen Probeanstrich und fragen Sie nach aktuellen Informationen bei uns im Werk!


Trockende Grundreinigung einer geölten Fläche

Eine Grundreinigung kann aus verschiedenen Gründen notwendig werden: Sind die Flächen überpflegt, durch zu viel Pflegemittel oder stark verunreinigt, kann eine Grundreinigung die geölte oder gewachste Fläche wieder ansehnlich machen. Bei stark zerkratzten oder zerstörten Böden und Flächen etwa sollte von einer Grundreinigung Abstand genommen werden und eine komplette Erneuerung der Oberfläche in Betracht gezogen werden. Allgemein ist eine nasse Grundreinigung bei Holzflächen nicht zu empfehlen! Wir empfehlen generell eine trockene Grundreinigung durchzuführen, da hier Holzschäden durch zu viel Feuchtigkeit ausgeschlossen sind. Die Trockenreinigung sollte bei großen Flächen mit einer Einscheibenmaschine oder ähnlichem durchgeführt werden. Mit einem grünen Pad wird die Oberfläche sorgfältig bearbeitet, bis vorhandene Verunreinigungen oder Wachse vollständig von der Oberfläche entfernt worden sind.

Sollten starke Überschichtungen von Pflegemitteln oder tiefe Kratzer vorliegen, kann mit einem Gitter oder Schleifpapier (Körnung 100/120) eine intensivere Behandlung und Grundreinigung durchgeführt werden. Anschließend ist es ratsam, den Boden gleichmäßig mit circa 20 ml/m² einzulassen. Die Einwirkzeit beträgt circa 20 Minuten. Danach manuell oder maschinell mit einer Einscheibenmaschine und weißem Pad aufpolieren. Beachten Sie hierzu das technische Merkblatt!.

Hier wurde Öl aufgetragen, ohne den Überschuss nach der vorgeschriebenen Zeit zu entfernen und die Fläche aufzupolieren. Öl muss in das Holz einpoliert werden. Bleibt es an der Oberfläche stehen, wird es klebrig und schmutzanfällig. Der klebrige Überschuss muss mit einem grünen Pad trocken von der Fläche abgenommen werden. Danach gut aufpolieren. Siehe trockene Grundreinigung!


Fußspuren

Gerade bei frisch geölten Flächen oder bei behandelten Flächen kann es in der ersten Zeit etwa zu Fußspuren kommen. Hierbei handelt es sich lediglich um einen leichten Ölfilm an der Oberfläche, der durch das Begehen aufpoliert wird. Diese Spuren verlieren sich ganz automatisch nach den ersten 2 bis 3 Reinigungsdurchgängen. Nochmaliges Aufpolieren lässt die Spuren ebenfalls verschwinden.


Flecken:

Holz ist und bleibt immer aufnahmefähig für Flüssigkeiten. Je nach Oberflächenbehandlung können deshalb Wasser-, Rotwein- oder Ölflecken entstehen. Je nach Beanspruchung und Pflege können auf geölten sowie auf geölten und gewachsten Flächen Flecken entstehen. Nicht gesättigte oder nicht gepflegte Oberflächen sind anfällig für Flecken (siehe „stark saugende Hölzer“). Frisch geölte Böden in den ersten zehn Tagen nur trocken reinigen!


Flecken leicht entfernen:

Leichte Flecken mit unserem Holzpflegeöl nachbehandeln und mit einem weichen Lappen einfach „wegwischen“. Hartnäckige Flecken mit einem feinen Sandpapier oder Schleifvlies rausreiben. Danach unser Holzpflegeöl auftragen und aufpolieren. Weitere Informationen zur richtigen Reinigung und Pflege entnehmen Sie unserer Pflegeanweisung nach DIN 18356.


Altböden und Flächen sanieren:

Bei der Totalsanierung von Flächen, ist die wichtigste Grundlage immer ein kräftiger Abschliff. Das Risiko von Flecken, Farbreaktionen oder Ähnlichem kann bei der Total- oder Altbodensanierung jedoch nie gänzlich ausgeschlossen werden. Beachten Sie bitte, dass Sie als Parkettleger oder Schreiner nach VOB/BGB bei Ihrem Kunden der Hinweispflicht nachkommen müssen.


Warnhinweis: Selbstentzündungsgefahr:

Bei allen sauerstofftrocknenden Ölsystemen besteht, in sehr feiner Verteilung in Kontakt mit Luft, unter Umständen die Gefahr der Selbstentzündung. Deshalb verwendete Arbeitsmittel wie Tücher, Pads, Papier, Rollen, oder Schwämme vor der Entsorgung mit Wasser anfeuchten und im geschlossenen, luftdichten Behälter entsorgen. Beim Schleifstaub von geölten, abgeschliffenen Böden besteht ebenfalls die Gefahr der Selbstentzündung.


Ausschluß für jedes Produkt!

Den obigen Angaben liegen umfassende Versuche im Labor und in der Praxis zugrunde. Unsere Produkte unterliegen einer ständigen und lückenlosen Qualitätskontrolle. Das Ergebnis einer Oberfläche wird maßgeblich bestimmt durch die Qualität der verwendeten Produkte, der handwerklichen Ausführung, den Baustellenbedingungen und des verwendeten Holzes. Die ausgelobten Eigenschaften werden erreicht, wenn das Produkt nach unseren Vorgaben verarbeitet wird. Wir garantieren nur für die einwandfreie Qualität unserer Produkte, die Eignung muss im Zweifelsfall durch einen Probeanstrich überprüft werden. In diesem Zusammenhang beachten Sie immer die aktuelle Informationsmappe, die technischen Merkblätter sowie die Pflegeanweisung nach DIN 18356.