HOLZEIGENSCHAFTEN
1. Holz ist ein natürlicher Rohstoff mit unveränderlichen Eigenschaften:

Holz ist:

- porös
- inhomogen
- anisotrop
- hygroskopisch

Es gibt ungefähr 40.000 verschiedene Holzarten, sie unterscheiden sich wesentlich im

- Quell- und Schwindverhalten
- Härte
- Farbe
- Maserung
- Inhaltsstoffen

Aufgrund dieser unveränderlichen Eigenschaften muss sich ein Mensch, der sich für Holz entscheidet, auf das Naturmaterial einstellen. Holz passt sich ständig dem Klima an (Luftfeuchtigkeit) und wird immer- auch nach Jahren- schwinden (trockenes Klima) und quellen (feuchtes Klima). Bei sehr ungünstigen Bedingungen kann es deshalb zu Fugen oder Schüsselungen kommen. Holz ist und bleibt also immer aufnahmefähig für Feuchtigkeit. Holz verändert durch UV-Einstrahlung seine Farbe. Holzinhaltsstoffe (Lignin) werden abgebaut und so verändert sich die Farbe des Holzes. Das Ausmaß der Farbveränderung hängt von der Holzart und den örtlichen Bedingungen ab.

Deshalb muss Holz im Außenbereich vor UV-Strahlen geschützt werden, dies wird durch Pigmente in unseren Ölen und Holzlasuren erreicht. Im Freien muss das Holz unter Umständen auch durch eine Imprägnierung vor Schimmel und Pilzen geschützt werden.


2. Holz muss geschützt werden:

Gerade im Außenbereich ist ungeschütztes Holz vielen Angriffen ausgesetzt.

- Die UV-Strahlen des Sonnenlichts führen zu einer waschbrettartigen Oberflächenstruktur und später zu Vergrauung. Die Oberfläche    verliert an Festigkeit. Wird sie nicht vorbehandelt, neigen nachfolgende Anstriche zum Abblättern.
- Regen, Tau, Kondenswasser etc. lassen den Feuchtigkeitsgehalt steigen, Verdunstung lässt ihn wieder sinken. Die Folge: Risse in der    Oberfläche. Durch diese können holzzerstörende Pilze im Holz entstehen.
- Je nach Holzart kann sich Bläue im Holz bilden, eine Pilzart, die das Holz dunkel färbt, den Anstrichfilm zerstört und den Boden für    Fäulnisbildung bereitet.


2.1 Konstruktiver Holzschutz

Die wichtigste Schutzbasis liefert der konstruktive Holzschutz. Beispiele sind ausreichende Dachüberstände, Wasserableitung durch sinnvolle Schrägen, zurückgesetzte Fenster und generell die Vermeidung von dauerhaftem Nässekontakt, z.B. im Erdbereich.


2.2 Tabelle Art des Schutzes

Für alle Hölzer im Außenbereich:

Dekorative Gestaltung und physikalischer Oberflächenschutz gegen Feuchtigkeit und UV-Strahlen,sowie zur Abwehr von Pilzsporen, durch wirkstofffreien oder- armen Oberflächenanstrich mit Lasuren, Teaköl, Lärchenholzöl und Bangkiraiöl. Holzimprägnieröl ist ein hervorragender Bläueschutz.

Tabelle: Art des Schutzes


3. Vorbereiten des Untergrundes

Für die optimale Wirkung des Anstrichs muss die Oberfläche trocken, sauber, staub-, fett-, öl-, wachs- und salzfrei sein. Typische Verschmutzungen wie Algen, Grünbewuchs, Vogelkot, Spinnweben etc. müssen dazu komplett entfernt werden.


4. Schleifen

Schleifen mit Schleifpapier der Körnung 60-80 (grob), 100-120 (mittel), 180-220 (fein), Schleifkissen (grob und fein, rostfrei) und Schleifvlies (fein). Immer: Schleifreste entfernen mit einem Maler-Staubbesen Ein Schleifklotz vereinfacht das Führen des Schleifpapiers. Für größere Flächen empfehlen sich Handschleifmaschinen


Glätten:

Durch Sägen oder Streichen wird die Oberfläche rau und Holzfasern stehen hoch. Dies verhindert einen durchgängigen Anstrichfilm und vermindert so schützende Wirkung des Anstrichs. Durch feines Schleifen werden die Holzfasern gekappt, eine glatte Fläche entsteht.


Stark verwitterte Anstricke

Hier muss bis auf das rohe Holz abgeschliffen werden, damit wieder eine tragfähige Oberfläche entsteht. Stark verwitterte Anstriche erkennen Sie an einer grauen Färbung des Holzes; die Lasur- oder Farbschicht ist teilweise oder ganz verschwunden bzw. blättert ab.


5. Holzlasur oder Compactlasur

Holzlasur bildet einen dünnen Film und liefert einen guten physikalischen Holzschutz. Sie wittert schichtweise ab, blättert also nicht ab. Vorwiegender Einsatz: nicht maßhaltige Teile wie z.B. Fassadenverkleidungen.

Compactlasur bildet einen mittelstarken, wasserabweisenden Film. Sie wird deshalb bevorzugt auf maßhaltigen Bauteilen eingesetzt, wie Fenster und Türen.

Tabelle: Compactlasur, Holzlasur


6. Streichen:

Führen Sie die Pinselborsten nicht tiefer als halb in die Lasur oder Farbe und streichen Sie Überschüsse gut ab. Durchgängig („nass in nass“) in Richtung der Holzmaserung streichen, so erzielen Sie ein ansatzfreies, homogenes Ergebnis. Während der Arbeitspausen Pinsel in Alu- oder Frischhaltefolie entwickeln, so bleiben sie streichbereit. Nach dem Streichen verschließen Sie die angebrochene Farbdose gut und stellen sie auf den Kopf, das erhöht die Lagerfähigkeit.

Zusatzinformationen:

Bläue:
Pilzart, die vornehmlich bei Nadelhölzern bläuliche Verfärbungen verursacht. Bildet kleine Fruchtkörper, die Lack oder Farbanstrichfilme zerstören.


Holzfeuchte:
Der Wassergehalt im Holz. Steigt dieser dauerhaft über 20%, wird das Holz anfällig für Pilzbefall. Deshalb empfiehlt sich bei Hölzern außen ein Feuchtigkeitsschutz.


Holzinhaltstoffe:
Im Holz eingelagerte Gerb- und Farbstoffe, Harze, Wachs und Fett, sowie mineralische Stoffe. Bei Anstrichen mitwasserbasierten Lasuren oder Farben können diese austreten. Die Stärke dieses Effekts hängt von der Holzart ab und kann bei Bedarf durch Verwendung eines Isoliergrunds vermindert werden.


Maßhaltige Bauteile:
Teile wie Fenster und Türen, die sich nicht verziehen dürfen, also ihr Maß halten müssen. Bei begrenzt maßhaltigen Teilen sind geringfügige Maßänderungen zugelassen, z.B. bei Verbretterungen mit Nut und Feder.


Physikalischer Schutz:
Oberflächenschutzfilm gegen UV-Strahlen und Feuchtigkeit, ohne oder mit nur wenigen chemischen Wirkstoffen.


Pigmente:
Lichtechte, nicht lösliche, wetter- und UV-stabile Farbpartikel. Sie sind als Bestandteil von Lasuren und Farben für den Farbton verantwortlich.


Wirkstoff-Schutz:
Tiefenschutz im Holz durch chemische oder biologische Wirkstoffe (Biozide), die z.B. holzschädigende Pilze zerstören und dadurch Holzschäden verhindern.